Pendlerpauschale ab 2010

Pendlerpauschale ab 2010

Dass das Konzept der Pendlerpauschale nicht so wie derzeit bleiben kann, sollte kein Streitfall mehr sein.

Die ohnehin geringe Entlastung der Pendler h√§ngt allein von der H√∂he der Lohnsteuerzahlung ab. Die Entlastung f√§llt umso h√∂her aus, je h√∂her der Grenzsteuersatz des Pendlers ist. Da durch Erh√∂hung der steuerlichen Grundfreibetr√§ge und durch die Absenkung des Eingangssteuersatzes die Lohnsteuerzahlungen bei Steuerpflichtigen mit geringeren Einkommen ohne-hin gegen Null tendieren, ist eine Entlastung der Pendler √ľber die Lohn- und Einkommensteuerzahlungen nicht mehr m√∂glich, da rund die H√§lfte der Erwerbst√§tigen √ľberhaupt keine Lohnsteuer mehr zahlen. Steuerliche Freibetr√§ge k√∂nnen dann nicht mehr entlastend wirken.

So haben wir die unmögliche Situation:

Diejenigen, die auf eine Entlastung ganz dringend angewiesen w√§ren, k√∂nnen √ľberhaupt nicht entlastet werden.

Alle Pendler bezahlen derzeit je Liter Normalbenzin 65,45 Cent Benzinsteuer und bei einem Literpreis von rund 1,20 ‚ā¨ rund 19 Cent Umsatzsteuer, je Liter Pendlerbenzin also rund 84,45 Cent.

Bei einem Verbrauch von 8 Liternje 100 km zahlen sie rund 6,75 ‚ā¨ Steuern an den Staat.

F√ľr den gefahrenen km erhalten die Pendler einen Freibetrag von 0,15 ‚ā¨ (Entfernungskilometer 0,30 ‚ā¨), f√ľr 100 gefahrene km betr√§gt der steuerliche Freibetrag somit 15 ‚ā¨.

Da der Grenzsteuersatz zwischen 15 % Eingangssteuersatz und 42 % Spitzensteuersatz liegen kann (ohne Soli gerechnet), liegt die

steuerliche Entlastung zwischen 2,25 ‚ā¨ und 6,30 ‚ā¨ je 100 Kilometer.

Das heißt:

Unsere Pendler finanzieren sich ihre Pendlerpauschale allein √ľber die Steuer auf dem Pendlerbenzin selbst.

Und zwar doppelt und dreifach!

In Anbetracht dessen, dass viele Erwerbst√§tige √ľberhaupt nicht entlastet werden k√∂nnen und die Entlastung im unteren Einkommensbereich mit 2 bis 3 Cent je gefahrenem Kilometer ohnehin viel zu niedrig ist, bieten sich folgende L√∂sungen an:

1.      L√∂sungsm√∂glichkeit:

Gr√∂√ütm√∂gliche Pauschalierung: Je gefahrenem Pendelkilometer wird ein Betrag von 4,5 Cent ausbezahlt gleichg√ľltig wie hoch das Einkommen ist.

Dies w√§re eine w√ľnschenswerte Steuervereinfachung und w√ľrde auch die entlasten, die derzeit mit keinem Cent entlastet werden k√∂nnen. Alle Pendler w√ľrden den gleichen Betrag erhalten.

Die Werbungskostenpauschale in H√∂he von 920 ‚ā¨ m√ľsste um die eingerechnete pauschalierte Pendlerpauschale gek√ľrzt werden. Ein Beibehalten der 920 ‚ā¨ in voller H√∂he w√ľrde zu erheblichen Verwerfungen f√ľhren.

 

2.   L√∂sungsm√∂glichkeit: 

Wie derzeit wird die Entlastung berechnet und mit der Steuer verrechnet. Den Familien und Arbeitnehmern mit niedrigen Einkommen muss ein Abzugsbetrag f√ľr ihre Pendelunkosten, da er nicht  von der Steuer abgezogen werden  kann, in Form einer negativen Einkommensteuer als Entlastungsbetrag ausbezahlt werden. Hier bietet sich eine Mindestpendlerpauschale von 0,05 ‚ā¨ je gefahrenem km an.

Eine Entlastung von weniger als 5 Cent je gefahrenem km ist ohnehin einfach zu niedrig. Die Gesamtkosten je PKW-Kilometer liegen bei einem Kleinwagen schon bei rund 40 Cent!

Siehe auch Berechnungsbeispiele auf der Hauptseite zur Pendlerpauschale

 

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